Der Deutsche Aktienindex (DAX)

Der Deutsche Aktienindex DAX ist der bedeutsamste deutsche Aktienindex. Er steht für die Entwicklung der Aktienkurse der 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen, die an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Man bezeichnet ihn auch als Leitindex des deutschen Aktienmarktes.
Entwickelt wurde der DAX von der der Frankfurter Wertpapierbörse, der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Wertpapierbörsen und der Börsen-Zeitung. Am 1. Juli 1988 wurde er eingeführt.
Der DAX ist eine eingetragene Marke der Deutsche Börse AG. Zur Berechnung des DAX dienen nebenn den Kursen auch die in der Regel einmal jährlich erfolgenden Dividendenzahlungen.
Daher ist der DAX ein Performanceindex, welcher sowohl die Wertentwicklung der Aktien auch die Kapitalvermehrung durch Dividenden beinhaltet.

Der DAX 100 wurde im Frühjahr 1994 eingeführt und dokumentiert die Wertentwicklung der 100 liquidesten Werte an Aktien. Seit 1996 beinhaltet der MDX 70 Werte, die anderen wichtigsten DAX-Werte sind im Standard-DAX aufgelistet. IM CDAX sind alle in frankfurt gehandelten Papiere notiert. 50 kleinere Werte hinter dem MDAX umfasst der D-DAX.

Die Indexberechnung basiert auf der Indexformel von Laspeyres, wodurch die DAX-Gesellschaften unterschiedlich gewichtet werden. Ausschlaggebend ist nur die Marktkapitalisierung der sich in Streubesitz befindlichen Aktien. Das sind all jene Aktien, die sich nicht im Besitz eines Eigentümers sind, der mehr als 5% Aktien des Unternehmens hält..

Die Kursen werden mittels des elektronischen Handelssystems XETRA berechnet, welcher täglich ab 9:00 Uhr MEZ/MESZ beginnt, falls mindestens 20 von 30 DAX-Unternehmen ihre Kursnotierung haben. Um 17:30 Uhr startet die XETRA-Schlussauktion, in der die Schlusskurse festgelegt werden. Die Berechnung erfolgt seit 2006 im Sekundentakt. Nach der Schlussauktion wird durch die Deutsche Börse AG der L-DAX (Late DAX) berechnet. Dieser Indikator gibt die Wertentwicklung des DAX nach Xetra-Handelsschluss an. Als Grundlage dient der Parketthandel an der Frankfurter Wertpapierbörse. Zwischen 17:45 Uhr und 20:00 Uhr wird der L-DAX börsentäglich berechnet.

Der X-DAX wird börsentäglich von 8:00 Uhr bis 9:00 Uhr und von 17:45 Uhr bis 22:00 Uhr berechnet. Seine Grundlage sind die Preise der DAX-Futures mit den geringsten Restlaufzeiten und die offiziellen Euribor-Zinssätze der europäischen Zentralbank. Dieser vor- und nachbörsliche Indikator gibt relativ sicher die DAX-Entwicklung für die US-Märkte vor.

Ein Unternehmen muss im Prime Standard gelistet sein, um in den DAX aufgenommen zu werden. Außerdem muss es fortlaufend in Xetra gehandelt werden und zumindest einen Streubesitz von 5% aufweisen. Weiterhin muss das Unternehmen seinen Sitz oder Schwerpunkt seines Handelsumsatzes an Aktien in Deutschland haben. Dies kann entweder der juristische Sitz oder auch der Sitz der Geschäfts- und Verwaltungsführung sein. Der Schwerpunkt des Börsenumsatzes gilt als erreicht, wenn
Mindestens 33% des Gesamtumsatzes der Aktien des Unternehmens müssen über die Frankfurter Wertpapierbörse abgewickelt werden, damit der Schwerpunkt des Börsenumsatzes als erreicht gilt.

Mit 4 Regeln wird einmal jährlich zum ordentlichen Anpassungstermin untersucht, ob die DAX-Notierung aufrecht erhalten bleibt. Nur im Fall von Insolvenzen eines Unternehmens werden außerordentliche Aktualisierungen vorgenommen. Dies kann auch dann der Fall sein, wenn ein Unternehmen die so genannten Grundvoraussetzungen nicht mehr erfüllt.
Außerdem kann in Einzelfällen der Vorstand der Deutsche Börse AG in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Aktienindizes andere Entscheidungen treffen.

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